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STICHWORTTAFELN

Die Stichworttafeln welche den Flüchlingstag informativ begleiteten zeichneten ein eher ernüchterndes Bild vom Asylland Schweiz.

 

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Wenn Flüchtlinge festen ...

Internationaler Flüchtlingstag 2009 in Muri

Seit 2001 wird weltweit der 20. Juni als Internationaler Flüchtlingstag gefeiert. Man gedenkt der Abermillionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, Kriegen und Hunger. So auch dieses Jahr in vielen Schweizer Städten und Dörfern, unter anderem erstmals auch in Muri. Das farbenfrohe, turbulente Fest des Netzwerks Asyl Aargau (Gruppe CONTACT Muri) von Flüchtlingen für Flüchtlinge und die leider nur spärlich erschienenen «Einheimischen» zeigte bewusst  die Menschen und Kulturen von der Sonnenseite.

 

Eine Mischung aus Kulinarischem, Musik und Information

Wie gedenkt man bedrückender politischer und wirtschaftlicher Situationen, wie häufig traumatisierender persönlicher Schicksale? Und wie bringt man sie der unbeteiligten, zunehmend misstrauischen Gastgeber-Bevölkerung am besten näher? Netzwerk Asyl Aargau entschloss sich für die Mischung aus kulinarischen Genüssen, Musik und Information im Hintergrund. Und das Rezept ging einmal mehr auf, das Fest auf dem Klosterhof war eine Augen- Gaumen- und Herzensfreude. Zwischen 100 und 200 Menschen, mehrheitlich Flüchtlinge, dunkelhäutig junge Männer, aber auch einige Frauen und Kinder aus den Unterkünften in Muri, Besenbüren, Villmergen, Wohlen, Hedschiken und Dintikon kochten, trommelten, tanzten und liessen es sich am Buffet, mit Spezialitäten aus Afghanistan, Algerien, Eritrea, Iran, Irak, Sri Lanka, Somalia, Syrien, Togo und Kosovo gut gehen.

 

Organisation in Schweizer Händen

Nur die Organisation lag in Schweizer Hand. Franca Hirt, Geschäftsleiterin des Netzwerks Asyl Aargau, assistiert von Bettina Tobler, welche die Fakten und Daten zu den einzelnen Ländern sowie zu den Unterkünften im Freiamt zusammengetragen hatte, leisteten Enormes. Dass trotzdem ein paar Details schief gegangen waren, der afghanische Flötenspieler etwa Muri mit Möhlin verwechselt hatte, ging in der guten Laune einfach unter. Auch als wegen Platzregen alle panikartig in der Bogenhalle Asyl suchten und die Kommunikation wegen der für Mönche konzipierten Akustik noch einmal schwieriger wurde, sorgten die Tänze und das wilde Getrommel der Groupe africaine de Marionettes en Argovie G.A.M.A. dafür, dass keine(r)auf seinem Stuhl ruhig blieb.
Die wirklich Überraschung für die meisten war aber die albanische Tanzschule
«Shota»(albanisch: Ente). Die 30 Tänzerinnen und Tänzer in ihren Trachten tanzten um die Wette und zeigten mit ihrer reichen, temperamentvollen Folklore, dass auch die sonst ungeliebten Kosovaren eine Kultur haben, die sie pflegen und auf die sie stolz sein können.

 

 

Eva Halter-Arend, Muri

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