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Vorlesung - Shengari

«Shengari» ist die Geschichte eines afghanischen Mädchens, das noch vor seiner Geburt einem verheirateten Mann aus dem Dorf seiner Mutter versprochen wird.

 

Eine Vorlesung des Buches findet am 25. Juni im Rahmen des Schweizerischen Flüchtlingstages 2010 statt und wird von der Flüchtlingsabteilung der Caritas Aargau durchgeführt.

 

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Position:   Hintergründe

Die humanitäre Tradition der Schweiz braucht wieder ein Gesicht

Vor rund zehn Jahren wurde die Kontingentsflüchtlingspolitik sistiert. Nun wird sie wieder vom UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) ins Gespräch gebracht. Aus dem Bundesamt für Migration (BFM) ist frühestens im Herbst 09 eine Antwort zu erwarten.

Einst willkommen ... und heute?

Natürlich war es eine ganz andere Zeit, als 1956 die Schweiz 14'000 Flüchtlinge aus Ungarn aufnahm, auch 1959 bei der Aufnahme der Tibeter und auch 1968, als rund 12'000 Tschechen in die Schweiz flohen. Anders war es 1973, als die Schweizer Regierung erst auf Druck der Bevölkerung 1600 anstatt nur 200 Flüchtlingen aus Chile Aufnahme bot. 1981 gewährte man 2500 Flüchtlingen aus Polen die Aufnahme und zwischen 1975 und 1983 rund 8200 Flüchtlingen aus Südostasien. Aufgrund der unzähligen individuellen Asylgesuche aus Ex-Jugoslawien wurde diese Kontigentspolitik 1998 sistiert.

Inzwischen hat sich das Konfliktpotential verschärft und UNHCR und SFH fordern wieder die Einführung der Kontigente in der Grössenordnung von rund 1000 Personen/jährlich. Dies gelte aber nicht als Ersatz für die jetzigen Aufnahmen von Flüchtlingen, so Vincent Cochetel, UNHCR, anlässlich des 3. Schweizer Asylsymposium, sondern als wirkungsvolle Ergänzung. Dem stimmte Markus Notter, Präsident Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren und -direktorinnen KKJPD, zu, fügte aber an, dass bereits seitens der KKJPD im Jahre 2007 Lösungsvorschläge dem BFM zugestellt wurden. Dazu Eduard Gnesa, Direktor BFM: "Das Dossier liegt tatsächlich bei uns. Wir werden es überprüfen und bis Herbst 09 sollten wir soweit sein." 

 

Jetzt der falsche Zeitpunkt

 

Aufgrund des hohen Flüchtlingsstroms sei eine hohe Belastung von Bund und Kantonen festzustellen, so Markus Notter, und das und die derzeit angespannte finanzielle Situation gelte es zu berücksichtigen. Dem widersprach Oskar Ekblad, Vertreter von Schweden, welches die Kontingentspolitik parallel zu den sich stets ändernden Flüchtlingsströmen mit Erfolg in der Praxis umsetzt. "Es ist immer der falsche Zeitpunkt und letztlich geht es nicht um Finanzen, sondern um Wertschätzung und Solidarität."

 

Grundsätzlich war man sich aus Schweizerischer Sicht in der Runde einig, dass man die Kontigentspolitik neu diskutieren und mögliche Lösungen suchen müsse. Dabei müssten alle Beteiligten mit einbezogen und das Gespräch mit UNHCR aufgenommen und deren Vorschläge für Neuansiedlungsprojekte angehört werden. Mit Verlaub darf angefügt werden, dass bis auf die Tatsache, es werde überall alles geprüft, kein Licht am Ende des Kontingenttunnels sichtbar wurde. Doch BFM-Direktor Gnesa versprach ja auf Herbst 09 eine diesbezügliche Antwort ... da darf man gespannt sein.

 

Richard Wurz

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